Adventure Manufactory


Abenteuer- here we come
Episode 1 - Becker Team


Sonntag, 21. August 2011

Der Startschuss zur Rally fällt am Nymphenburger Schloss in München gegen 13.00 Uhr - das Abenteuer beginnt! Doch unser Glück währt kürzer als gedacht, erste Probleme tauchen schon kurz vor der österreichischen Grenze auf- es läuft Kühlwasser aus. Diagnose:
  • Der Kühlwasserring ist nicht druckdicht
  • Ein provisorischer neuer Dichtungsring aus Panzerband wird entwickelt und angebracht
Wir versuchen, so viele Kilometer wie möglich zu machen, solange es die Straßenbedingungen noch zulassen. Daher wird das Zelt auch erst gegen zwei Uhr morgens ca. 20km außerhalb von Budapest auf einem Rastplatz ausgepackt.

Tschüss Schengenraum
Montag, 22. August 2011

Gegen zehn Uhr morgens geht’s los in Richtung Grenze. Der teuerster Sprit mit umgerechnet 1,90€/l auf der gesamten Reise wird in Ungarn entdeckt - daher gibt es auch nur möglichst wenig Benzin für GENA in diesem Land. Wir erreichen die ungarisch-ukrainische Grenze gegen 14.30Uhr, die Grenzüberquerung benötigt ungefähr zwei Stunden und wir sammeln erste Erfahrungen mit Grenz-polizisten und deren Durchsuchungsmethoden. Die Nacht verbringen wir in Uzghorod in einer Wohnung von Erwins Bekannten und haben die Möglichkeit, uns die wunder-schöne Altstadt etwas genauer anzuschauen. Die Straßenverhältnisse sind auf jeden Fall interessanter als das, was wir sonst so gewohnt sind.

Kiew, wir kommen
Dienstag, 23. August 2011 Zwei Mal Tanken für 1€/l und 800km liegen vor uns auf dem Weg nach Kiew. Die Polizei winkt uns auf dieser Strecke zum ersten Mal heraus:
  • Erwin darf seine Wortgewandtheit und Verhandlungskompetenz anwenden (er spricht fließend Russisch)
  • Was uns vorgeworfen wird: Überholen im Überholverbot Wir müssen feststellen, dass unser buntes Rallyeauto GENA in Verbindung mit den deutschen Kennzeichen ein Polizistenmagnet ist.
Wir kommen abends in Kiew an, verbringen die Zeit bei Erwins Bekannten und spielen zwei Tage lang Touristen und feiern den 20. Unabhängigkeitstag der Ukraine mit unseren neuen Freunden. Nadine stellt fest, dass ukrainische Frauen wirklich verdammt hübsch sind.

Weiter Richtung Schwarzes Meer
Donnerstag, 25. August 2011

Schweren Herzens verlassen wir unsere neuen Freunde. Die Strichliste, in der wir aufzählen wie oft wir mit unserem Unterbodenschutz an die Straße andocken, wächst und wächst - sehr zu unserer Missgunst. Wir verbringen die Nacht in einem Hotel in Kherson. Leider hat die Polizei wieder etwas an uns auszusetzen:
  • Wir haben anscheinend eine rote Ampel überfahren
  • Erwin darf erneut verhandeln
Abends fällt uns auf, dass bei unserer grünen internationalen Versicherungskarte RUS durchgestrichen ist - Blöd! Ein Telefonat mit der Versicherung klärt, dass das ein Druck-fehler ist. Wir sind gespannt, was uns an der russischen Grenze diesbezüglich erwarten wird.

Der Tag der Kuriositäten
Freitag, 26. August 2011

Ein ganz normaler Wegweise. Problem?


Heutiges Ziel: So nah wie möglich an die russische Grenze zu gelangen! Auf unserem Weg in Richtung Mariupol, der letzten großen Stadt vor unserem Grenzübergang, erblicken wir einige kuriose Dinge:
  • Brennende Autos und Felder
  • Interessante Interpretationen der Sicherheitsladung
  • Viel Heu und irgendwo darunter auch ein Auto
  • Ein überdimensionales Straßenschild mit (gefühlt) allen Hauptstraßen und Städten der Ukraine
Wir finden ca. 30km westlich von Mariupol eine einfache Unterkunft mit kleinen Häuschen 150m entfernt vom Strand. Ein gemütlicher Spät-Nachmittag am Schwarzen Meer steht uns bevor.

Visa kommen zum Einsatz
Samstag, 27. August 2011

Der Tag der russischen Grenzüberquerung ist gekommen- das erste der fünf Visa kommt nun zum Einsatz. Um acht Uhr erreichen wir den Grenzposten auf der ukrainischen Seite, gegen 13Uhr sind wir offiziell mit Stempel und ohne jegliche Probleme bezüglich der Autoversicherung in Russland angekommen - JUHU! Genächtigt wird entlang der M4 in einem Autobahnhotel außerhalb von Rostov-na-Donu.

Nächster Stopp- Volgograd
Sonntag, 28. August 2011

Baustellen und ihre Markierungen sind auf der M21 durch Russland ein ganz anderes Kaliber als das, was wir gewohnt sind - kraterähnliche Vertiefungen kilometerweit machen die Strecke interessant zu befahren. Nachdem wir in dem von KÄRCHER Russland gesponserten Hotel in Volgograd eingecheckt haben, erkunden wir ein wenig die Umgebung. Am Abend bestaunen wir das Kriegs-denkmal im Stadtkern, das auf den Gebeinen der gefallen Soldaten im zweiten Weltkrieg erbaut wurde. Die Straßen in der Stadt sind die am heftigsten ausgefahrenen und am schlechtesten asphaltierten Straßen auf unserer gesamten Reise. So etwas hat man als verwöhnter Mitteleuropäer noch nicht gesehen/erlebt.

Auf nach Astrahkan
Montag, 29. August 2011

Nachdem die Fahrt aus Volgograd unsere Strichliste gesprengt hat, entschließen wir uns dazu, auf diese Art der Dokumentation zu verzichten und sind einfach froh an unserem Unterbodenschutz. Auf dem Weg nach Astrahkan werden wir wieder einmal von der Polizei angehalten. Erwin - Klappe die Dritte!
Die Nacht verbringen wir Dank KÄRCHER Russland in einem Hotel. Am Abend wird die Stadt erkundet und wir bekommen durch eine spontane, freiwillige Führung einer Einheimischen Einblick in den dort stattgefunden Wandel der letzten Jahre. Astrahkan, eine Perle so nah an der russisch-kasachischen Grenze!

Beschilderung, was ist das!?!
Dienstag, 30. August 2011

Die russisch- kasachische Grenze zu finden stellt sich als komplizierter heraus als erwartet - laut Karte sind es nicht mehr als 50km zur Grenze und auch nur eine Straße, die uns dort hinbringen sollte. Die Einheimischen sind da alle unterschiedlicher Meinung. Danke für nichts…
GENA darf außerdem Jesus spielen und Dank einer „floating bridge“, einer Brücke, die direkt auf dem Wasser aufliegt, übers Wasser fahren. Wir sind begeistert - Go GENA go!
Der russische Teil der Grenzüberquerung läuft tadellos und ist innerhalb weniger Minuten erledigt- auch weil Erwin die Hintergrundgeschichte unserer Reise immer weiter perfektioniert: Mann und Frau verreisen in diesen Ländern nicht als Freunde, daher geben wir uns als ein junges Pärchen aus, das diese Reise als eine Art vorgezogene Hochzeitsreise ansieht bzw. als Probe aufs Exempel. Unser Geburtsjahr (1988) sorgt zusätzlich für staunende und amüsierte Gesichter.
Nachdem wir mindestens 10km im Niemandsland zwischen den Grenzen gefahren sind, wundern wir uns, ob es denn überhaupt einen kasachischen Grenzübergang gibt und beginnen schon zu scherzen - aber natürlich gibt es einen.
Nach der Ankunft sind wir nun offiziell auf den Spuren der Seidenstraße unterwegs und auch die Straßenverhältnisse ändern sich ständig, sehr zu Erwins Freude. Die Beschilderung ist, wenn das überhaupt möglich ist, noch weniger vorhanden als zuvor. Die Landschaft ändert sich immer mehr hin zur Steppe und wir haben bald unsere ersten Begegnungen mit Kamelen. In Atyrau angekommen, werden wir mit einem weiteren kuriosen Problem konfrontiert, das uns fast auf der gesamten restlichen Reise begleiten wird - Benzinknappheit!




Episode 2 folgt am 01. März 2012

Verfasst von Nadine Übelhör, Dez. 2011


Categories: , ,

Leave a Reply