Adventure Manufactory

Von München nach Duschanbe / Tadschikistan in 20 Tagen

Sonntag, 11.Sptember 2011, um 03.30 Uhr morgens Ortszeit- das Becker Team kommt nach 20 Stunden Höllenfahrt erfolgreich im Ziel an. Die 20 verrücktesten Tage von Nadine Übelhör und Erwin Lange finden ein Ende. Dieses unorthodoxe Unterfangen hat den beiden und ihrem Gefährt Gena alles abverlangt: Von gut asphaltierten Straßen bis zu gar nicht vorhandenen Wegemarkierungen, von Luxushotels, dank Sponsorenunterstützung, bis hin zu Wildcampen abseits der Wege, von Straßen auf Meereshöhe bis hin zum Hochgebirge des Pamirs, auf einer Höhe von ca. 4000m durchschnittlich.

Pamir Highway
Voller Enthusiasmus starten die beiden Studenten am 21. August in München ihr Abenteuer in Richtung Zentralasien. Doch ihre Freude währte nicht lange, da Gena, ihr 15 Jahre alter Peugeot 106, schon in Österreich den ersten Schwächeanfall erlitt. Probleme machte der Dichtungsring des Kühlwasserventils, sodass das Kühlwasser überlief. Nun mussten die beiden Studenten ihrem Idol MacGyver früher nacheifern als gedacht. Herhalten musste Panzerband, mit dem ein provisorischer Dichtungsring kreiert wurde. Dieser erfüllte seine Aufgabe bis hin zum Pamir Gebirge. Doch dies war nicht das einzige Problem mit dem die beiden konfrontiert wurden. Ab Kasachstan bis hin zum Ziel in Duschanbe herrschte amüsanter weiße eine Benzinknappheit der allgemein bekannten Oktanzahlen. Um Gena dennoch am Laufen zu halten, wurden die unterschiedlichsten Benzinarten miteinander vermischt.


Während der Rallye sollten aber auch nicht die touristischen Aspekte der einzelnen Länder unter den Teppich gekehrt werden: Besichtigt wurden unter anderem Kiew, die Hauptstadt der Ukraine, Wolgograd mit seinem Kriegsdenkmal in Russland, der bedingt vorhandene Aralsee mit seinen gestrandeten Schiffen in Usbekistan, Buxoro, eine Stadt wie aus dem Märchen von 1001 Nacht, gelegen an der Seidenstraße, sowie das Pamir Gebirge (auf über 4600 Höhenmetern mit Gena) mit seiner atemberaubenden,  unberührten Natur.


Die wohl größte Herausforderung der gesamten Reise stellte das Pamir Gebirge für die beiden Studenten und ihr Gefährt dar. Zwar war für beide von Anfang an klar, dass das Hochgebirge sowohl physisch als auch psychisch eine Grenzbelastung darstellen würde, doch das wirkliche Ausmaß übertraf ihre Erwartungen bei weitem. Schon zu Beginn des Pamir Gebirges traten erneut Probleme mit dem Kühlwasser auf. Der Druckunterschied war zu viel für das Panzerband, alle 5km musste Gena anhalten um erneut Kühlwasser zu schlucken. Die kalten Nächte auf ca. 4000m und das zähe vorankommen durch immer wiederkehrende Erneuerung der provisorischen Dichtung nagten an den Kräf-ten und Nerven der beiden Abenteurer. Eine letzte Verzweiflungstat das Ventil völlig zu verschließen brachte den Erfolg.

Um jeglichen Klischees zu widersprechen mussten die beiden auf der gesamten Strecke kein einziges Mal Grenzkontrollen oder Polizisten bestechen. Überwältigend war zudem die Gastfreundlichkeit und Warmherzigkeit der Menschen auf ihrer Reise.
Würden sie es wieder tun? „Ja, definitiv!“

Authors: Nadine Übelhör & Erwin Lange



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